Rücksicht auf geteilten Wegen

 

An manchen Stellen teilen sich Fußgänger*innen und Radfahrende einen Weg. Wie man die unterschiedlichen Verkehrsteilnehmer*innen füreinander sensibilisieren und somit Kollisionen vorbeugen kann zeigt der Arbeitskreis Verkehr Nord.

 

Allgemeine Klagen über das rücksichtslose Verhalten von Radfahrer*innen wurden im Beirat Burglesum thematisiert. Berichtet wurde, dass dieses Phänomen besonders auf gemeinsamen Rad- und Fußwegen zu beobachten sei. Es entstand die Idee, mit öffentlichkeitswirksamen Aktionen Aufklärungsarbeit zu leisten und sowohl Radfahrende aber auch Fußgänger*innen anzusprechen, welche auf solchen gemeinsamen Wegen unterwegs sind. Ferner wurde festgelegt, jeweils eine Veranstaltung in Burglesum, eine in Vegesack und eine weitere in Blumenthal durchzuführen, weil diese Problematik in allen drei Stadtteilen vorhanden ist.

Nach einem Beschluss des Beirates Burglesum sollte der ADFC mit Unterstützung der Polizei dieses Präventionsangebot unterbreiten. Die drei Aktionen, die ebenfalls von den drei Bremen-Norder Ortsämtern unterstützt wurden, waren bewusst als reine Präventionsmaßnahmen geplant. Es sollte von Seiten der Polizei in diesem Falle lediglich in begründeten Ausnahmefällen repressiv eingeschritten werden.

Die Maßnahmen:

Die Veranstaltungen unter dem Motto „Rücksicht auf gemeinsamen Wegen“ wurden am 8. Juli in Lesum, am 22. Juli in Blumenthal und am 14. September 2021 in Vegesack durchgeführt.

Der Auftakt zu der Präventionsreihe fand am 8. Juli im Bereich des Admiral-Brommy-Weg statt. Der ADFC war mit einem Info-Zelt vertreten, die Polizei Lesum war mit der mobilen Wache vor Ort. Radfahrer*innen und auch Fußgänger*innen wurden angesprochen. Etwa die Hälfe der angesprochenen Radfahrer*innen konnte nicht mit Bestimmtheit sagen, ob der Admiral-Brommy-Weg ein Fußweg, ein Radweg oder aber ein gemeinsamer Weg für Fußgänger*innen und Radfahrende ist. Von Seiten der Polizei wurde hier Aufklärungsarbeit geleistet. Weiterhin wurden Flyer mit Regeln für die Radwegbenutzung an die Pedaleure verteilt. Die Rücksichtnahme wurde explizit angesprochen. Der ADFC bot zusätzlich die Möglichkeit an, Fahrräder zur Diebstahlsicherung zu codieren. Dieses Angebot wurde an diesem Tag von rund einem Dutzend Fahrradbesitzenden angenommen.

Die zweite Präventionsveranstaltung fand am 22. Juli in Blumenthal statt. Diesmal wurden Info-Zelt des ADFC und mobile Wache der Polizei am gemeinsamen Radweg in der Bürgermeister-Dehnkamp-Straße aufgebaut. Ähnlich wie zuvor in Lesum wurden wieder überwiegend Radfahrende aber auch Fußgänger*innen angesprochen. Die geführten Gespräche waren allesamt von Verständnis auf Seiten der angesprochenen Radfahrer*innen geprägt. Der meistgehörte Satz von Zweiradakteuren war: „Es gibt andere Radfahrer*innen, die rasen hier entlang – ich aber fahre immer vorsichtig“. Das Angebot des ADFC zur Fahrrad-Codierung wurde ebenfalls wieder von rund einem Dutzend Radfahrenden angenommen.

Am 14. September fand die vorerst letzte Veranstaltung zum Thema „Rücksicht auf gemeinsamen Wegen“ in Vegesack statt. Diesmal hatten sich die Akteure von ADFC und Polizei die Weserpromenade im Bereich des Stadtgartens in Höhe der Signalstation als Standort ausgesucht. Der breit ausgebaute Weg suggerierte hier, dass es sich ausschließlich um einen Radweg handeln könnte, weil daneben liegend noch ein Fußweg direkt am Weserufer verläuft. Doch auch hier handelt es sich um einen Gehweg, auf dem das Radfahren lediglich erlaubt ist. Entsprechende Aufklärungsarbeit bei den angehaltenen Radfahrer*innen wurde geleistet, es wurden wieder Flyer verteilt und Informationsgespräche geführt.

An allen drei Veranstaltungstagen konnten insgesamt rund 150 Radfahrer*innen angehalten werden, mit denen Gespräche zur Prävention und zum richtigen Verhalten geführt wurden. In allen Fällen wurden die Gespräche von den Radfahrenden als informativ und sehr zielführend bewertet. Auch Fußgänger*innen und Passant*innen beurteilten die Aktion durchgehend positiv. Die Informationsflyer wurden gerne entgegen genommen. Die Präventionsveranstaltungen wurden durch die regionale Presse begleitet (Die Norddeutsche, BLV-Wochenzeitung), indem sie angekündigt wurden und im Nachhinein eine entsprechende Berichterstattung erfolgte. Dadurch wurden die vor Ort im Gespräch vermittelten Botschaften erneut an eine größere Öffentlichkeit gebracht. Die Zusammenarbeit zwischen den Akteuren des ADFC und den Kontaktpolizist*innen aus Lesum, Vegesack und Blumenthal zeigte sich als effektiv und zielführend und war von einer angenehm-freundschaftlichen Atmosphäre geprägt.

 

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https://bremen.adfc.de/artikel/ruecksicht-auf-geteilten-wegen-1

Häufige Fragen von Alltagsfahrer*innen

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  • Was bringt mir eine ADFC-Mitgliedschaft?

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  • Was muss ich beachten, um mein Fahrrad verkehrssicher zu machen?

    Wie ein Fahrrad verkehrstauglich auszustatten ist, legt die Straßenverkehrszulassungsordnung (StVZO) fest. Vorgesehen sind darin zwei voneinander unabhängige Bremsen, die einen sicheren Halt ermöglichen. Für Aufmerksamkeit sorgen Radler*innen mit einer helltönenden Klingel, während zwei rutschfeste und festverschraubte Pedale nicht nur für den richtigen Antrieb sorgen. Je zwei nach vorn und hinten wirkende, gelbe Rückstrahler an den Pedalen stellen nämlich darüber hinaus sicher, dass Sie auch bei eintretender Dämmerung gut gesehen werden können. Ein rotes Rücklicht erhöht zusätzlich die Sichtbarkeit nach hinten und ein weißer Frontscheinwerfer trägt dazu bei, dass Radfahrende die vor sich liegende Strecke gut erkennen. Reflektoren oder wahlweise Reflektorstreifen an den Speichen sind ebenfalls vorgeschrieben. Hinzu kommen ein weißer Reflektor vorne und ein roter Großrückstrahler hinten, die laut StVZO zwingend vorgeschrieben sind.

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  • Codiert der ADFC mein Fahrrad?

    Der ADFC Bremen codiert zu bestimmten Veranstaltungen Fahrräder. Diese Events werden rechtzeitig auf unserer Website oder im Radtouren- und Veranstaltungsportal des ADFC bekanntgegeben. Mit einem neuen Verfahren, der Nadelmarkierung werden verschlüsselte personenbezogene Daten in den Rahmen der Fahrräder geprägt und sind dann so eindeutig dem Eigentümer zuzuordnen. Die Codierung schreckt potentielle Diebe ab oder erschwert zumindest den Weiterverkauf des gestohlenen Fahrrads.

    Mitzubringen sind neben dem eigenen Fahrrad ein Eigentumsnachweis oder Kaufbeleg und der Personalausweis.

    Die Vorteile auf einen Blick:

    • Durch das geringere Diebstahlrisiko vermindern sich bei vielen Fahrradversicherungen die Beiträge.
    • Einfachere Aufklärung von Fahrraddiebstählen durch die Polizei aufgrund der personenbezogenen Daten und schnelle Zuführung aufgefundener Fahrräder.
    • Die Registrierung in großen Datenbanken ist überflüssig, da die Codiernummer einheitlich zugeordnet werden kann.

    Die Codiergebühr beträgt 15 €, Familientarif 25 €, ADFC- und AOK-Mitglieder zahlen nur 6 €, Familientarif 11 €

    Bestimmte Fahrräder werden von uns aus technischen Gründen nicht mit einer Codierung versehen. Dazu gehören Fahrradrahmen aus Carbon, Titanal, sehr leichte Alu-Sportrahmen oder auch spezielle Rahmenformen sowie die meisten Kinderräder.

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