eRadschnellweg Goettingen, Nikolausberger-Weg Stadt Goettingen

eRadschnellweg Goettingen, Nikolausberger-Weg Stadt Goettingen © Christoph Mischke

Der ADFC und weitere Verbände fordern Fuß- und Radverkehr strukturell zu fördern

 

Schneller und stärker soll der Fuß- und Radverkehr in Bremen gefördert werden. Sieben Verkehrsverbände in Bremen haben sich zusammengeschlossen und einen gemeinsamen Forderungskatalog erstellt.

 

Die Klimaziele von Paris sind einzuhalten. Aber es wird zu wenig getan. Die bisherigen Maßnahmen sind unzureichend – das ist kürzlich vom Bundesverfassungsgericht bestätigt worden. Die Förderung des Umweltverbunds aus ÖPNV, Rad- und Fußverkehr ist entscheidend für die Verringerung des CO2-Ausstoßes im Mobilitätsbereich. Deshalb ist es gut und richtig, dass der Senat die Stärkung und Verbesserung des ÖPNV anstrebt. Aber Bremen hat einen seit Jahren stagnierenden Radverkehrsanteil von 25%. Daher ist die strukturelle Förderung des Fuß- und Radverkehrs entscheidend für das Gelingen der Mobilitätswende in Bremen. Die Erhöhung der Finanzmittel für den Radverkehr auf teilweise das Vierfache und die Schaffung eines Fußverkehrsetats (den die unterzeichnenden NGO in ihrem Fußverkehrsmanifest gefordert haben) sind positive Zeichen eines notwendigen politischen Willens. Durch die Schaffung des Teams Nahmobilität und vorher der Radverkehrsbeauftragten beim Amt für Straßen und Verkehr (ASV) sind auch personelle Veränderungen positiv zu bemerken.

Bei einigen Radverkehrsprojekten ist jedoch festzustellen, dass sich trotz Beschlüssen und finanzieller Ausstattung die Umsetzung signifikant verzögert. Der Wallring nimmt Konturen an. Das ist auch dem geschuldet, dass die Umsetzung bis Ende 2022 erfolgen muss. Ohne Anschlüsse und durchgängige Radverkehrsrouten wird der Wallring nur einen Teil der gewünschten Wirkung entfalten.

Die zentrale Radpremiumroute D 15 von Bremen-Nord bis Mahndorf ist inzwischen in einigen Teilen hergestellt. Eine Gesamtablaufplanung ist nicht wie angekündigt vorgelegt worden. Die Umsetzung der Radpremiumroute D 16 von Lilienthal bis Huchting ebenso wie der weiteren 2014 im Verkehrsentwicklungsplan beschlossenen Premiumrouten erfolgte bislang nicht. Bei den Innenstadtfahrradbrücken, der Fahrradbrücke Hemelingen/ Mahndorf sowie der Fuß-/Fahrradbrücke Woltmershausen zur Überseestadt sind die Projektfortschritte trotz des politischen Willens bei weitem nicht so wie erwartet.

Um die Umsetzung der politischen Beschlüsse zum Fuß- und Radverkehr zu beschleunigen, halten wir eine personelle Stärkung der Bereiche Projektkoordinierung, -steuerung und -controlling geboten. Wir erwarten, dass durch eine(n) unabhängige(n) Fuß- und Radverkehrsbeauftragte bzw. eines –Beauftragten hierbei Fortschritte erzielt werden.

Eine eigene Fuß- und Radverkehrsabteilung im ASV wäre ein weiterer Vorschlag, den wir für zielführend halten. Berlin hat gute Erfahrung mit einer Radverkehrsinfrastrukturgesellschaft namens Infravelo gemacht. Das sollte man ernsthaft auch in Bremen prüfen.

Fuß- und Radverkehr strukturell fördern!

Unsere Beschlüsse und Forderungen:

1. Wir unterstützen alle Bemühungen zu einer beschleunigten Umsetzung der politischen Beschlüsse zur Förderung des Fuß- und Radverkehrs und der multimodalen Verknüpfungen mit öffentlichem Nahverkehr sowie Car- und Bikesharing.

2. Wir unterstützen die Planungen für den Wallring und fordern eine zügige Umsetzung. Dies ist ein ausgesprochen modellhaftes und zukunftsweisendes Projekt. Das Agieren von Lobbyorganisationen der Wirtschaft gegen ihre eigenen Beschlüsse innerhalb des VEP 2014 halten wir für unverantwortlich.

3. Wir fordern die beschleunigte Planung und Umsetzung der Fahrradbrücken und mindestens der Radpremiumrouten D 15 und D 16.

4. Wir fordern die Vorlage oder Neufassung von Richtlinien für Standards und die Gestaltung von Fahrradstraßen, der Anlage von Fahrradparkplätzen sowie von Radpremiumrouten. Dringend erforderlich ist eine Richtlinie für die Führung von Fuß- und Radverkehr in Baustellen. Die Zuständigkeiten sollten bei den Baustellen vereinheitlicht werden.

5. Wir fordern eine strukturelle und personelle Stärkung des Fuß- und Radverkehrs in den Bereichen Planung, Controlling und Steuerung. Wir fordern daher eine personelle Aufstockung des „Teams Nahmobilität“ und schlagen darüber hinaus eine(n) unabhängige(n) Radbeauftragte(n) angesiedelt bei SKUMS bzw. eine Abteilung für Fuß- und Radverkehr beim ASV oder eine eigene Radinfrastrukturgesellschaft vor. Wir beteiligen uns gerne konstruktiv an einem Prozess.

6. Zur Gewinnung von dringend benötigten Fachkräften ist die Lehre an der Hochschule Bremen zu stärken. Zusätzliche Studiengänge und Professuren für die Bereiche Fuß- und Radverkehr, Barrierefreiheit sowie öffentlicher Nahverkehr sind einzurichten, bevorzugt auch als duale Studiengänge.

Die Unterzeichner*innen: Autofreier StadTraum, ADFC Bremen, BUND Bremen, Einfach Einsteigen, FUSS e.V. Bremen, Forum Verkehrswende Neustadt, VCD Bremen

 

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Häufige Fragen von Alltagsfahrer*innen

  • Was macht der ADFC?

    Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club e.V. (ADFC) ist mit bundesweit mehr als 190.000 Mitgliedern, die größte Interessenvertretung der Radfahrerinnen und Radfahrer in Deutschland und weltweit. Politisch engagiert sich der ADFC auf regionaler, nationaler und internationaler Ebene für die konsequente Förderung des Radverkehrs. Er berät in allen Fragen rund ums Fahrrad: Recht, Technik, Tourismus.

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  • Was bringt mir eine ADFC-Mitgliedschaft?

    Radfahren muss sicherer und komfortabler werden. Wir nehmen dafür – auch Dank Ihrer Mitgliedschaft – nicht nur Einfluß auf Bundestagsabgeordnete, sondern setzen uns auf Landes- und Kommunalebene für die Interessen von Radfahrern ein. Für Sie hat die ADFC Mitgliedskarte aber nicht nur den Vorteil, dass wir uns für einen sicheren und komfortablen Radverkehr einsetzen: Sie können egal, wo Sie mit Ihrem Fahrrad unterwegs sind, deutschlandweit auf die AFDC-Pannenhilfe zählen. Außerdem erhalten Sie mit unserem zweimonatlich erscheinenden ADFC-Magazin Information rund um alles, was Sie als Radfahrer politisch, technisch und im Alltag bewegt. Zählen können ADFC-Mitglieder außerdem auf besonders vorteilhafte Sonderkonditionen, die wir mit Mietrad- und Carsharing-Anbietern sowie Versicherern und Ökostrom-Anbietern ausgehandelt haben. Sie sind noch kein Mitglied?

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  • Was muss ich beachten, um mein Fahrrad verkehrssicher zu machen?

    Wie ein Fahrrad verkehrstauglich auszustatten ist, legt die Straßenverkehrszulassungsordnung (StVZO) fest. Vorgesehen sind darin zwei voneinander unabhängige Bremsen, die einen sicheren Halt ermöglichen. Für Aufmerksamkeit sorgen Radler*innen mit einer helltönenden Klingel, während zwei rutschfeste und festverschraubte Pedale nicht nur für den richtigen Antrieb sorgen. Je zwei nach vorn und hinten wirkende, gelbe Rückstrahler an den Pedalen stellen nämlich darüber hinaus sicher, dass Sie auch bei eintretender Dämmerung gut gesehen werden können. Ein rotes Rücklicht erhöht zusätzlich die Sichtbarkeit nach hinten und ein weißer Frontscheinwerfer trägt dazu bei, dass Radfahrende die vor sich liegende Strecke gut erkennen. Reflektoren oder wahlweise Reflektorstreifen an den Speichen sind ebenfalls vorgeschrieben. Hinzu kommen ein weißer Reflektor vorne und ein roter Großrückstrahler hinten, die laut StVZO zwingend vorgeschrieben sind.

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  • Gibt der ADFC Bremen einen Newsletter heraus?

    Circa alle zwei Monate informiert der ADFC Bremen mit seinem Newsletter über vergangene Events, aktuelle Projekte und anstehende Termine. Hier erfährst du alles über unsere Aktivitäten und bist frühzeitig informiert!

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  • Wie erreiche ich den ADFC Bremen?

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    Bahnhofsplatz 14 a (über der Radstation, Zugang von Gleis 1)
    28195 Bremen

    Telefon: +49 421 51 77 88 20
    Fax:
    E-Mail: info@adfc-bremen.de

     

    Erreichbarkeit
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  • Gibt der ADFC mir Tipps für meine Reiseplanung?

    Wir können die Frage eindeutig bejahen, wobei wir dir die Auswahl dennoch nicht leicht machen: Der ADFC-Radurlaubsplaner „Deutschland per Rad entdecken“ stellt Ihnen mehr als 165 ausgewählte Radrouten in Deutschland vor. Zusätzlich vergibt der ADFC Sterne für Radrouten. Ähnlich wie bei Hotels sind bis zu fünf Sterne für eine ausgezeichnete Qualität möglich. Durch die Sterne erkennst du auf einen Blick mit welcher Güte du bei den ADFC-Qualitätsradrouten rechnen kannst.

    Für (Tages-)Touren im Land Bremen und Umgebung hat der ADFC Bremen gemeinsam mit dem Weser-Kurier das Heft "Rad+Tour" herausgegeben, das in der Geschäftsstelle erhältlich ist.

    Unser ADFC Info-Team berät dich bei Veranstaltungen persönlich zu Radrouten und Reisetipps.

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  • Codiert der ADFC mein Fahrrad?

    Der ADFC Bremen codiert zu bestimmten Veranstaltungen Fahrräder. Diese Events werden rechtzeitig auf unserer Website oder im Radtouren- und Veranstaltungsportal des ADFC bekanntgegeben. Mit einem neuen Verfahren, der Nadelmarkierung werden verschlüsselte personenbezogene Daten in den Rahmen der Fahrräder geprägt und sind dann so eindeutig dem Eigentümer zuzuordnen. Die Codierung schreckt potentielle Diebe ab oder erschwert zumindest den Weiterverkauf des gestohlenen Fahrrads.

    Mitzubringen sind neben dem eigenen Fahrrad ein Eigentumsnachweis oder Kaufbeleg und der Personalausweis.

    Die Vorteile auf einen Blick:

    • Durch das geringere Diebstahlrisiko vermindern sich bei vielen Fahrradversicherungen die Beiträge.
    • Einfachere Aufklärung von Fahrraddiebstählen durch die Polizei aufgrund der personenbezogenen Daten und schnelle Zuführung aufgefundener Fahrräder.
    • Die Registrierung in großen Datenbanken ist überflüssig, da die Codiernummer einheitlich zugeordnet werden kann.

    Die Codiergebühr beträgt 15 €, Familientarif 25 €, ADFC- und AOK-Mitglieder zahlen nur 6 €, Familientarif 11 €

    Bestimmte Fahrräder werden von uns aus technischen Gründen nicht mit einer Codierung versehen. Dazu gehören Fahrradrahmen aus Carbon, Titanal, sehr leichte Alu-Sportrahmen oder auch spezielle Rahmenformen sowie die meisten Kinderräder.

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