
Ein offenes Tor zum Werdersee
Der ADFC Bremen erwartet von der Senatorin für Umwelt, Klima und Wissenschaft (SUKW) und der Senatorin für Mobilität, Bau und Stadtentwicklung (SBMS) verbindliche Zusagen, den Deichschart in der Bremer Neustadt offen zu halten
und die dafür benötigen finanziellen Mittel bereitzustellen. Das sture Festhalten an der bisherigen Planung, die eine Schließung des Deichscharts vorsieht, hält der ADFC für nicht zielführend. Irritiert zeigt sich der ADFC, dass im Zuge der Deicherhöhung in Woltmershausen mehrere neue Fluttore gebaut wurden, aber in der Neustadt die Schließung des Deichscharts als alternativlos dargestellt wird.
Bereits Anfang des Jahres übte der ADFC Bremen scharfe Kritik an der geplanten Schließung des Deichscharts in der Bremer Neustadt und warnte eindringlich davor, dass hier mit offenen Augen neue Konfliktstellen zwischen Fuß- und Radverkehr geschaffen werden. Im April hat der Beirat Neustadt ebenfalls seine Bedenken in einem Beschluss zusammengefasst und richtigerweise darauf hingewiesen, dass der Erhalt des Deichscharts nicht nur mit Kosten, sondern auch großen Nutzen verbunden ist. Nach Informationen des ADFC hat auch der Landesbehindertenbeauftragte Kritik geäußert, woraufhin die Rampe für Fuß- und Radverkehr auf den Deich zwischen den Hausnummern 226 und 246 überarbeitet werden und Alternative Zuwegungen zur Premiumrouten auf dem Deich gesucht werden sollten.
Doch auch die dazu vorgestellten Überlegungen haben den ADFC bisher nicht überzeugen können. „Grundsätzlich können wir getrennte Rampen für Fuß- und Radverkehr begrüßen. Wenn jedoch bei der Auffahrt zur Premiumroute mit einem Fahrrad eine Steigung von 9 Prozent überwunden werden muss, ist das weder komfortabel, noch sicher und schon gar nicht barrierefrei.“, kommentiert Sven Eckert, Geschäftsführer des ADFC Bremen die Entwicklungen. Auch die vorgeschlagenen Alternativen, wie die Zufahrt zur Premiumroute über den Rosenpfad, ist aus Sicht des ADFC kein Ersatz für den Deichschart. „Anstatt die einfachste Lösung zu verfolgen und die direkte Anbindung an die Premiumroute und den Werdersee – den Deichschart - zu erhalten, steckt man viel Zeit und Arbeit in eine - für alle - unbefriedigende Lösungen.“, stellt Eckert fest. Und weiter: „Wir müssen befürchten, dass wieder einmal die Radfahrenden, die Zufußgehenden und vor allem Menschen mit Behinderungen die Leidtragenden sein werden, wenn man ihnen vermeidbare Barrieren und Umwege aufzwingt.“
Hintergrund:
Mit dem Projekt Stadtstrecke soll der für Bremen überlebenswichtige Hochwasserschutz zukunftsfähig gemacht werden. Zudem soll mit der Stadtstrecke ein „attraktiver Ort mit neuen Verkehrswegen, Grün- und Aufenthaltsflächen“ entstehen. Im Zuge der Umsetzung des Verkehrsentwicklungsplan 2025 soll entlang der Stadtstrecke eine Fahrradpremiumroute von Obervieland, über die Neustadt und Woltmershausen bis ins GVZ entstehen.
Infos zur Stadtstrecke:
Pressmitteilung des ADFC Bremen zum Deichschart:
https://bremen.adfc.de/pressemitteilung/schluss-mit-dem-premiumpfusch-deichschart-muss-bleiben
