
Schluss mit dem Premiumpfusch - Deichschart muss bleiben!
Der Deich in der Neustadt muss für einen verbesserten Hochwasserschutz ertüchtigt werden. Das ist notwendig - keine Frage.
Der ADFC Bremen wirft der Projektleitung jedoch vor, dabei die Entwicklung der Premiumroute D.17 aus dem Verkehrsentwicklungsplan Bremen 2025 (VEP) nicht ausreichend zu beachten.
Schon bei den bereits geplanten Abschnitten hat der ADFC Mängel bezüglich der Premiumroute und ihrer Anbindung an die umliegenden Stadtteile identifiziert. Beispielhaft dafür stehen die weiterhin fehlende Anbindung der Stadtstrecke an das Fahrradmodellquartier Neustadt auf Höhe Häschenstraße und fehlende Planungen zur Querung der Friedrich-Ebert-Straße. Auch die gemeinsame Führung von schnellem Radverkehr und zu Fußgehenden auf Abschnitten der Stadtstrecke wurden vom ADFC kritisiert. Denn auch wenn die Premiumroute D.17 im Rahmen des Hochwasserschutzprojektes entwickelt wird, müssen dort die gleichen Anforderungen und Maßstäbe wie für die übrigen Premiumrouten gelten.
Im weiteren Verlauf der Stadtstrecke soll nun der Deichschart, als ebenerdiger, barrierefreier Zugang ersatzlos entfallen. Für Menschen, die zukünftig aus der Neustadt an den Werdersee oder zur Werderinsel möchten, steht dann nur noch eine umständliche Rampe zu Verfügung. „Eine Rampe als einzige Zuwegung für alle, Rollstuhl-Nutzende, Menschen mit Kinderwagen, Radfahrende und Fußgänger:innen ist im Sinne der Barrierefreiheit, sowie der Konfliktfreiheit zwischen Fuß- und Radverkehr eine Farce!“, so Sven Eckert, Geschäftsführer des ADFC Bremen. Zumal es laut Behördenankündigung keinen Sachgrund, sondern ausschließlich finanzielle Gründe dafür geben soll.
„Schon jetzt ist es, besonders in den Sommermonaten, an der Kreuzung "Buntentor-Treppe" - Deichschart-Brücke und Deich eng. Zusätzlich Radverkehr aus und in die Neustadt über eine in Serpentinen angelegte Rampe als einzigen Zugang auf die neuentwickelte Premiumroute "Stadtstrecke" zu führen, bedeutet nicht nur eine eklatante Verschlechterung der Barrierefreiheit, sondern auch eine auf Jahrzehnte angelegte neue Konfliktstelle zwischen Fuß- und Radverkehr. So sieht eine fahrradfreundliche Planung genau nicht aus,“. führt Eckert weiter aus.
D. 17 – Stadtstrecke
Die D. 17 Premiumroute soll eine fahrradfreundliche Anbindung der Stadtteile Obervieland und Woltmershausen an die Innenstadt sowie das Güterverkehrszentrum (GVZ) schaffen. Die Stadtstrecke als Teil der D. 17 führt von der Eisenbahnbrücke bis zur Piepe entlang der Weser. Laut der Planung soll an der Stadtstrecke: „sowohl Raum für Sporttreibende mit unterschiedlichen Aktivitäten entstehen als auch Plätze für Ruhepausen, Menschen mit Bewegungseinschränkungen erhalten barrierefreie Zugänge und der Radverkehr soll getrennt vom Fußgängerverkehr verlaufen.“ (Stadtstrecke - https://umwelt.bremen.de)