
Morgens in der Fahrradstraße © ADFC Bremen
Unkoordinierte Baustellenplanung gefährdet Radfahrende
Wie der ADFC aus Medienberichten erfahren hat, werden sich tausende Radfahrende, die täglich die Premiumroute 3 zwischen Universität und Innenstadt nutzen, auf Behinderungen einstellen müssen.
Durch eine unkoordinierte Baustellenplanung wird es im Umfeld des Präsident-Kennedy-Platzes in den kommenden Monaten und Jahren zeitgleich zwei Großbaustellen geben. Der Schwerlastverkehr zu einer der Baustellen soll dafür über eine der wichtigsten Fahrradrouten Bremens, die Rembertistraße – eine ausgewiesene Fahrradstraße, abgewickelt werden. Von bis zu 25 LKW am Tag ist dabei die Rede.
„Es ist unverantwortlich und ein unglaubliches Versäumnis, das enorme Radverkehrsaufkommen dort so zu ignorieren,“ kritisiert Sven Eckert vom ADFC Bremen. Der ADFC zeigt sich auch deshalb so empört, weil neben der Premiumroute Rembertistraße auch der Imre-Nagy-Weg betroffen ist und damit eine weitere wichtige Fahrradhauptroute für den Radverkehr nicht mehr nutzbar ist.
Von den angedachten Umleitungen hält der ADFC nichts. Denn während dem Schwerlastverkehr freie Fahrt auf glattem Asphalt durch die Fahrradstraße gewährt wird, werden die Radfahrenden aus der Fahrradstraße vertrieben. Sie werden mit Umleitungen auf Umwege geschickt, etwa auf den sehr schlechtem Fahrbahnbelag im Fedelhören, der außerdem kaum Ausweichmöglichkeiten bietet. Der ADFC bezweifelt stark, dass die angesprochenen Umleitungen bei den Radfahrenden auf Akzeptanz stoßen.
Verantwortlich sieht der ADFC das Verkehrsressort. „Wieder einmal werden die Belange des Radverkehrs bezüglich direkter Führung und besonders der Verkehrssicherheit hinter alles andere zurückgestellt.“ sagt Eckert und führt aus: „Seit Jahren verspricht das Ressort eine Richtlinie zur sicheren Führung des Fuß- und Radverkehrs in Baustellen. Und seit Jahren warten wir auf dessen Einführung.“
Neben der Verkehrssicherheit bereitet dem ADFC die Belastung der Fahrbahn durch den Schwerlastverkehr Sorgen. Der Schwerlastverkehr gilt aufgrund der enormen Achslasten als Hauptverursacher bei der Bildung von Spurrillen und trägt maßgeblich zur Abnutzung der Fahrbahndecken bei. Ein 26-Tonner mit drei Achsen belastet die Straße dabei wie 25.000 PKW. Das wirft beispielsweise die Frage auf, wie viel von der Rotfärbung der Fahrradstraße nach Bauabschluss übrig sein wird. Vielleicht wird die Straße auch sanierungsbedürftig. Der ADFC befürchtet, dass dann die schon heute knappen finanziellen Mittel, die für die Sanierung der Bremer Radverkehrsinfrastruktur bereitgestellt werden, für die vom LKW-Verkehr verursachten Schäden genutzt werden.

