
Überwiegend mit dem Rad und konfliktfrei
Eine Verkehrsbeobachtung des ADFC an der Bürgermeisterin-Mevissen-Brücke zeigt: Trotz hohen Rad- und Fußverkehrsaufkommens am Nachmittag konnten keine nennenswerten Konflikte, brenzlige Situationen oder Beinaheunfälle beobachtet werden.
Dennoch ist nachzuvollziehen, dass sich zu Fuß Gehende allein durch die Menge der Radfahrenden gestört fühlen. Das hohe Radverkehrsaufkommen erfordert daher aus Sicht des ADFC eine nachhaltige Lösung.
Im vergangenen Jahr wurde mehrfach über die Verkehrssicherheit in den Wallanlagen rund um die Bürgermeisterin-Mevissen-Brücke berichtet. Dabei sind vor allem die Radfahrenden kritisiert worden, die sich hier angeblich besonders unachtsam und rücksichtslos verhalten sollen. Nun hat sich der ADFC die Situation an der Mevissen-Brücke erneut vor Ort angesehen und eine Verkehrszählung durchgeführt. Die Ergebnisse überraschten den ADFC.
Fast doppelt so viele Radfahrende wie zu Fuß Gehende wurden von den ADFC Aktiven an einem Nachmittag zwischen 15:30 und 17 Uhr gezählt. Das Radverkehrsaufkommen liegt hier mit über 700 Radfahrenden in eineinhalb Stunden in einer Größenordnung, die man auch von Premiumrouten wie dem Osterdeich kennt. Mit dem Unterschied, dass der Osterdeich ein Radweg und erheblich breiter als die schmale Mevissen-Brücke ist. Dennoch funktioniert es hier bei gemeinsamer Nutzung durch Rad- und Fußverkehr überwiegend konfliktfrei, brenzlige Situationen oder Beinaheunfälle konnten nicht beobachtet werden.
Aufgrund des hohen Rad- und Fußverkehrsaufkommens sieht der ADFC dennoch Handlungsbedarf und verweist auf den „Verkehrsentwicklungsplan Bremen 2025“ und die „Strategie Centrum Bremen 2030+“. So verspricht der Verkehrsentwicklungsplan seit 2014 Lücken im Radverkehrsnetz – wie die Mevissen-Brücke und Bischofsnadel – zu beseitigen. Mit der Strategie Centrum Bremen 2030+ wurden neue Querungen der Wallanlagen in Aussicht gestellt, während bestehende Querungen wie die Mevissen-Brücke verbessert werden sollten.
Von alledem ist nichts zu sehen. Das wird auch weiterhin so bleiben, vermutet der ADFC, wenn die Senatorin für Mobilität, Bau und Stadtentwicklung weiterhin mit Verweis auf die kaputten Autobrücken beim Radverkehr mit Untätigkeit glänzt. Auch die Hausspitze muss erkennen, dass die über 30 Prozent Radverkehrsanteil in Bremen schon jetzt nach einer stärkeren Berücksichtigung der Belange und einer höheren Priorisierung des Radverkehrs verlangen.
Verkehrszählung Bürgermeisterin-Mevissen-Brücke, am 12.05.2026, zwischen 15:30 und 17 Uhr:
| Radverkehr stadteinwärts | 338 | |
| Radverkehr stadtauswärts | 372 | Gesamt: 710 |
| Fußverkehr stadteinwärts | 182 | |
| Fußverkehr stadtauswärts | 230 | Gesamt: 412 |