
Kidical Mass 2025 rund um den Stern © ADFC Bremen
Klein und Groß auf zwei Rädern: Die 9. Kidical Mass Bremen
Kinder aufs Rad: Am 31. Mai 2026 setzen wir mit einer bunten, lauten Fahrraddemo ein Zeichen für ein kinderfreundliches und lebenswertes Bremen. Die Kidical Mass startet um 14 Uhr an der Grundschule Oderstraße.
Von dort geht es auf einer zirka sechs Kilometer langen Strecke durch die Innenstadt zur Grundschule an der Melanchthonstraße. Für manche Kids noch zu lang? Es gibt verschiedene Stellen, zum Beispiel an der Wilhelm-Kaisen-Brücke oder an der AOK-Kreuzung, an denen sich Klein und Groß der Fahrraddemo anschließen können. Unterstützung ist willkommen: als Ordner:in mitfahren, Plakate gestalten, Musik abspielen oder eigene kreative Ideen einbringen. Kontakt: kidicalmass [at] adfc-bremen.de
„Unser Ziel ist klar: Wir wollen die Rolle der Kinder im Straßenverkehr sichtbar machen und uns für eine sicherere Stadtgestaltung einsetzen“, erklärt Frauke Maack vom ADFC Bremen.
Dies beinhaltet, dass Bürgersteige nicht länger als Parkplätze zweckentfremdet werden, da parkende Autos die Sichtbeziehungen gerade jüngerer Kinder massiv behindern und sie von Autofahrenden nicht gesehen werden können. Radwege sind dann sicher, wenn auch Kinder sie gefahrlos nutzen können. Dafür brauchen wir ein durchgehendes Netz aus breiten und geschützten Radwegen, sicheren Kreuzungen und Tempo 30 als Regelgeschwindigkeit. Wenn Kinder sich in der Stadt eigenständig und sicher bewegen können, profitieren auch alle anderen Verkehrsteilnehmenden.
Schulstraßen für Bremen?
Während in Hamburg-Eimsbüttel seit diesem Monat 400 Kinder der Grundschule Rellinger Straße dank einer neuen Schulstraße eine grüne Oase zum Spielen und Verweilen direkt vor der Tür haben, stagniert die Entwicklung in Bremen. Dabei forderte die Beirätekonferenz bereits im vergangenen September einen Modellversuch für solche temporären Fahrverbote, um das tägliche Verkehrschaos durch Elterntaxis morgens und nachmittags zu stoppen. Doch der Bremer Senat blockiert das Vorhaben und verweist auf rechtliche Hürden. Laut Senat fehle im bremischen Straßenrecht die eindeutige Rechtsgrundlage für regelmäßige, zeitlich begrenzte Sperrungen vor Schulen. Während Hamburg also zeigt, wie durch das Engagement von Initiativen und Eltern kinderfreundliche Quartiere entstehen, versteckt sich Bremen hinter bürokratischen Hürden, statt den Weg für sichere Schulwege endlich freizumachen.
Wie wichtig eine kinderfreundliche Verkehrsplanung ist, unterstreichen die aktuellen Ergebnisse des SINUS-Fahrradmonitors 2025. Sie zeigen deutlich, dass Kinder eigentlich gerne Fahrrad fahren, dies momentan aber fast nur in der Freizeit und aus Spaß tun. Die Hürde für den alltäglichen Weg zur Kita oder Grundschule ist die Angst vor großen Fahrzeugen im Straßenverkehr. Es fehlen durchgehende Radwege, und die vorhandenen Wege sind für Kinder oft zu schmal oder in einem so schlechten Zustand, dass sie kein sicheres Fahren erlauben.
Kidical Mass
Um das zu ändern, hat 2017 ein breites Bündnis die Kidical Mass in Deutschland ins Leben gerufen. Auf der Fahrraddemo können Kinder sicher und voll Freude die Straßen erobern. Knapp 120.000 Menschen haben europaweit in den letzten zwei Wochen an Kidical Masses teilgenommen, allein in Deutschland knapp 27.000 Kinder, Familien und Engagierte.
Kontakt: ADFC Bremen, kidicalmass [at] adfc-bremen.de oder Tel.: 0421 51778820